Messe Walldorf 2015

mit dem Sonderthema „Best Ager – im besten Alter“

An einem mit so vielen Veranstaltungen vollgestopften Wochenende wie dem letzten, fällt es den Besuchern und Gästen schwer, sich zu entscheiden. Wenn dann auch noch das Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen nach draußen lockt, haben es Indoor-Veranstaltungen eher schwer. Umso erfreuter zeigten sich Jürgen Vogel und Andreas Schuppe, Organisatoren und Veranstalter der Messe Walldorf, dass die Besucherzahlen von 2013 leicht übertroffen werden konnten.

Zur Eröffnung der vierten Auflage der „Messe Walldorf – für die Region“ am Samstag konnten Bürgermeisterin Christiane Staab und Andreas Schuppe, Vorsitzender des Gewerbevereins, neben Vertretern der Stadt und des Gemeinderates vor allem Aussteller und Standbetreiber begrüßen. Die Messe, die sich auf einem dauerhaft hohen Niveau eingependelt hat, so die Bürgermeisterin, bietet die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen in einer angenehm ungezwungenen Stimmung, ohne gleich Verkaufsatmosphäre aufkommen zulassen. Christiane Staab freute sich besonders, dass auch die Freiwillige Feuerwehr Walldorf zu ihrem 150-jährigen Jubiläum mit viel Engagement und Präsentationen sowie Mitmachaktionen vertreten war. Andreas Schuppe dankte den knapp 70 Ausstellern, von denen zwei Drittel Walldorfer Unternehmen sind, sowie den Sponsoren und Medienpartnern für ihren Einsatz.

Bei einem gemeinsamen Messerundgang konnten dann die ersten Eindrücke gesammelt werden. Bei der eigentlich als Hochzeitsbrauch bekannten Holzsägeaktion bewies die Walldorfer Bürgermeisterin ihr handwerkliches Geschick. Ganz spezielles Feingefühl war bei der „Probefahrt“ in einem Rennsimulator des Delta-Racingteams der Hochschule Mannheim erforderlich. Der einst im Rahmen der „Formula Student Germany“ als Prototyp auf dem Hockenheimring an den Start gegangene Wagen zeugte ohne ABS und mit purem Fahrspaß von einer erfolgreichen Verbindung von Theorie und Praxis.

Das diesjährige Sonderthema „Best Ager – im besten Alter“ ließ einen weiten Interpretationsspielraum. Was auf der Hand liegt sind Fragen rund um die Pflege, die häusliche Assistenz, hilfreiche Technik im Alter oder auch die Vorsorge für den letzten Gang eines Menschen. Doch damit ist das Thema zu enggefasst. Schon die Bürgermeisterin versuchte eine altersmäßige Definition der Best Ager und landete bei 55+. Ein Personenkreis also der noch viel mehr Ansprüche und Interessen hat.

Deshalb gab es neben Tipps für gesundes Schuhwerk auch erholsame Handmassagen, neben dem Bürostuhltestsitzen auch Anregungen für nützliche Bürogerätetechnik, neben Brillenpräsentationen auch einen Hörschnelltest, neben Informationen zur Gartenpflege auch zauberhafte Ideen für florale Tischdekoration. Wer sich gleich für eine ganze Immobilie interessierte konnte Bebauungs- sowie auch Finanzierungspläne besprechen und Anregungen für die Modernisierung vorfinden.

Ein ganzer Truck mit Fahrrädern wartete darauf, ausprobiert zu werden. Für Tanzsportbegeisterte boten ganz im Sinne eines Flashmobs scheinbar spontane Präsentationen eine Inspiration. Wer auch nach der Messe noch allen zeigen wollte wie schön unsere Stadt am Rande des Kraichgaus ist, konnte dafür die neugestalteten Ansichtskarten erwerben. Die Fachvorträge, die als zusätzliches Angebot die Messe informativ abrunden, hätten allerdings den einen oder anderen Zuhörer mehr verdient.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die traditionell am Samstagabend stattfindende Messeparty. In diesem Jahr überraschte das Publikum „eine Konzertgitarre, ein Kontrabass und die gemeine Blockflöte … eine astreine Besetzung für eine Rockband“, wie sie sich selbst definieren. „Wildes Holz“ interpretierte Beethovens Klaviersonate genauso rockig bis funky wie Stücke von AC/DC oder Deep Purple. Die einhellige Meinung der Zuhörer lässt sich zusammenfassen mit: superklasse Musik, nur leider nach einem anstrengenden Messetag nicht der 100-prozentig passende Rahmen für die Band.

Auch am zweiten Veranstaltungstag war der Zustrom an Besuchern groß. Besonders nachdem der beliebte Sommertagszug wie schon vor zwei Jahren am Schulgelände endete und hier der Winter verbrannt wurde; geradezu eine Herausforderung an die Feuerwehr direkt im Anschluss ihr Können in einer Feuerlöschübung zu demonstrieren. Doch auch mit Mini-Feuerwehrautorennen, Rallye und Olympiade bewies die Feuerwehr ihr besonderes Augenmerk auf den jugendlichen Nachwuchs.

Die große Messe-Tombola, in diesem Jahr zu Gunsten des TierheimsTom Tatze“ in Walldorf, löste kurz vor Ende der Veranstaltung nochmal geschäftiges Treiben aus. Die Tombola erbrachte nach Aussagen der Veranstalter einen Erlös von ca. 1.400 € und nahezu 300 Preise fanden ihren neuen Besitzer.

Andreas Schuppe als Vorsitzender des Gewerbevereins und selbst Aussteller der Messe, zog am Sonntagabend ein sehr zufriedenes Resümee. „Wir hatten sehr viele Besucher, die mit echtem Interesse an die Stände kamen und somit auch viele gute und interessante Gespräche.“ Sein besonderer Dank galt den beiden Gastronomen, „Tripizza“ und Spanferkelhof Pichler, die kurzfristig für die kulinarische Versorgung der Messebesucher eingesprungen sind. Auch Jürgen Vogel von der Messeorganisation dankte den Ausstellern, die mit ihrer anspruchsvollen Präsentation ihr ernsthaftes Interesse an der wirtschaftlichen Entwicklung der Region demonstrierten.

Kerstin von Splényi

Bilder: Martina Buske